HKLS-Anlagen
Die Bank Austria – Creditanstalt AG plante in 1020 Wien, Lassallestrasse 5 den Um- bzw. Ausbau eines Teiles des 5. Obergeschoss zu einem Call-Center.
Der Betrieb des übrigen Gebäude musste erhalten bleiben.
Der Umbau erfolgte in zwei hintereinander folgenden Etappen, wobei bei Abschluss der 1. Etappe betriebsfer-tige Anlagen für das umgesiedelte Personal bereitgestellt werden mussten.
Im gesamten Gebäude wurden an den Außenfenstern Fan Coils vorgesehen. Die Fan Coils werden über ein eigenes Kühlwasserverteilsystem versorgt, welches entsprechend gängiger Praxis des Hauses werktags während 06.00 -20.00 Uhr betrieben wird.
Die Bereiche des Bauteiles I (Electronic Banking) werden über die bestehenden Außenluftanlagen (6, 16) eben-falls werktags während 06.00 – 20.00 Uhr betrieben. Diese Anlagen versorgen auch das 1.-4.OG, EG. und das 6.OG mit einer Gesamtluftmenge von ca. 18.000 m3/h. Im 5.OG werden über diese Anlagen ca. 5.000 m3/h im Geschoß umgewälzt.
Die Bereiche des Bauteiles IV (Call-Center) werden über die bestehenden Außenluftanlagen (3, 4, 9) ebenfalls werktags während 06.00 – 20.00 Uhr betrieben. Diese Anlagen versorgen auch das 1.-4.OG, EG. und das 6.OG mit einer Gesamtluftmenge von ca. 35.000 m3/h. Im 5.OG werden über diese Anlagen ca. 9.500 m3/h im Ge-schoß umgewälzt.
Eine Untersuchung der Räume bzw. Bereiche bezüglich der haustechnischen Ausstattungen zum Istzustand im Vergleich zu einem Sollzustand, welche vordefinierten Parameter erfüllen, wurden im Raumbuch erarbeitet.
Die Gegenüberstellung ergab, dass die Bereiche Bauteil I (Electronic Banking) und Bauteil IV (Call-Center) unterschiedlich behandelt werden mussten. In den beiden Bereichen wurden folgende haustechnisch relevanten Ausstattungen durch die bestehenden Anlagen nicht aufgebracht.
Bauteil I (Electronic Banking)
Zusätzliche Kühllast ca. 12,0 kW
Zusätzliche Außenluftmenge ca. 1.400 m3/h
Bauteil IV (Call-Center)
Zusätzliche Kühllast ca. 36,0 kW
Zusätzliche Außenluftmenge ca. 4.500 m3/h
Die erforderliche Luftmengenerhöhung bewirkte, dass zumindest ein Teil der zusätzlichen Kühllast durch die Luftkühlanlagen abgedeckt werden konnte. Die verbleibende Kühllast musste durch die im Gebäude angewand-ten Umluftkühlungen (Fancoil) abgedeckt werden. Die Kühllast konnte über Außenluftanlagen und Fan Coils mit nachstehenden Leistungen abgebaut werden.
Bauteil I (Electronic Banking)
Kühlung über Außenluftanlage ca. 4,0 kW
Kühlung über Fancoil ca. 8,0 kW
Bauteil IV (Call-Center)
Kühlung über Außenluftanlage ca. 10,0 kW
Kühlung über Fancoil ca. 26,0 kW
Für die beiden Bereiche stellten folgende Anlagenkonzepte die wirtschaftlichste und technische beste Lösung dar.
Anlagenkozept
für Bauteil I (Electronic Banking):
An den bestehenden Anlagen 6+16 wurde die zusätzlich erforderliche Luftmenge von ca. 1.400 m3/h durch Tausch der Antriebe erhöht. Das Luftverteilsystem (Luftkanal und Auslässe) im Geschoss wurde an notwendi-gen Stellen, welche durch geänderte Raumteilung erforderlich wurden, lediglich partiell angepasst und auf die erforderlichen Luftströme einreguliert. Zufolge der zu erwartenden geringen Personenfrequenz während der Nachtstunden (25% zwischen 20.00 – 22.00 Uhr) würde man nur bei tatsächlicher Notwendigkeit die Betriebs-zeiten der Anlagen 6+16 von 20.00 auf 22.00 Uhr verlängern. Die noch zusätzlich erforderliche Kühlleistung wurde durch Austausch auf leistungsstärkere Fan Coils an der Außenfassade abgedeckt. Die Kühlwasserversor-gung der Fan Coils des gesamten Gebäudes wurde an extrem heißen Sommertagen durch Verlängerung der Betriebszeiten angepasst, somit konnte auch in den Nachtstunden die eventuell anfallende Wärmelast mittels der Fan Coil abgebaut werden.
Anlagenkozept
für Bauteil IV (Call-Center):
Für das Call-Center ist ein 24-Stundenbetrieb erforderlich. Die bestehende Anlage 3+4+9 mit ihren hohen Luft-mengen für sämtliche darunter und darüber liegenden Geschosse hätte bei einem durchlaufenden Betrieb eine erhebliche Energieverschwendung dargestellt. Daher sollte im Bauteil IV eine eigene Anlage für das 5.OG er-richtet werden. Das bestehende Kanalsystem für das 5.OG wurde von den bestehenden Anlagen 3+4+9 abge-koppelt. Die erforderliche Luftmenge für die Anlagen der übrigen Geschosse wurde durch Tausch der Triebe um ca. 9.500 m3/h eingedrosselt.
In der Dachzentrale 5 wurde eine zusätzliche Anlage für einen durchlaufenden Betrieb mit einer Luftmenge von ca. 14.000 m3/h (9.500+4.500) errichtet. Über die Installationsschächte 4+5 wurde ein Luftverteilsystem in das 5.OG zu den zu lüftenden Zonen, entsprechend geänderter Raumteilung, geführt. Die bestehenden Luftauslässe konnten zum Großteil belassen werden. Lediglich partiell war ein Austausch für ein Anpassen auf die erforder-lichen Luftströme notwendig. Aufgrund der zu erwartenden hohen zukünftigen Personenfrequenz, auch wäh-rend der Nachtstunden (100% zwischen 20.00 – 06.00 Uhr), konnten sowohl die Betriebszeiten und die Luft-menge dieser separaten mehrstufigen Anlage, ungeachtet der Verhältnisse in angrenzenden Bereichen des Ge-bäudes, angepasst werden.
Die noch zusätzlich erforderliche Kühlleistung wurde durch Austausch auf leistungsstärkere Fan Coils an der Außenfassade abgedeckt. In einigen wenigen Zonen wurde auch noch die Installation von Decken-Fan Coils notwendig.
Die Kühlwasserversorgung der Fan Coils dieses Bereiches wurde vom bestehenden Fan Coil-Netz des gesam-ten Gebäudes abgekoppelt und auf das durchlaufend in Betrieb befindliche Kaltwassernetz für EDV-Räume angeschlossen. Dafür war es erforderlich, dass von der Ringleitung im Kellergeschoss eine stärkere Versor-gungsleitung bis in das 5.OG geführt werden musste. Kühlregister der Lüftungsanlage wurden an die Kühlwas-serversorgung Lüftung angeschlossen.
Die Beheizung der Räumlichkeiten im gegenständlichen Objekt erfolgte überwiegend über die Lüftungsanlage (Fan Coil an Außenfassade, Deckenlüftung Innenzonen).
Einzelne Räume wie außenliegende Sozialräume sowie exponierte Räume in den Außenzonen wurden über Radiatorheizungen beheizt.
Dieses im Objekt angewandte Konzept war für sämtliche Aus- und Umbauarbeiten beizubehalten.
Elektrotechnische Anlagen
Die Arbeitsplatzanspeisungen erfolgten direkt aus den LAN-Verteilerräumen über ein Doppelbodensys-tem/Bodenkanalsystem zu den Arbeitsplätzen. Im Zuge des Umbaues war die Adaptierung der Tischanspeisung durch Umverlegen der bestehenden Anspeisungen sowie Neuverlegungen geplant.
Grundsätzlich wurden bestehende Elektorverteiler adaptiert und mit neuen Verteilern aufgrund techn. Erforder-nisse erweitert. Weiters wurden die Überspannungsschutzeinrichtungen adaptiert bzw. erweitert.
Die Versorgung der Arbeitsplätze erfolgte ausgehend von den LAN-Verteilerräumen. Die Zuordnung der zu versorgenden Arbeitsplätze erfolgte über sog. “Versorgungsbereiche”
Die EDV-Installation umfasste ausgehend vom EDV-Verteiler im Technikbereich die Kabelführung in vor be-schriebenen Kabelträgern bis zu den entsprechenden Geräteanschlüssen. Zu den verlegten Stromkabeln war ein Mindestabstand von 60cm einzuhalten. Längere Parallelführungen waren zu vermeiden. Kreuzungen von 230 V Kabel mit EDV-Kabel waren möglichst zu vermeiden.
Die bestehende Sicherheitsbeleuchtungsanlage wurde in den umzubauenden Bereichen adaptiert.
Nachrichtentechnik, EDV, Alarmierung, Videokameras:
Für diese Anlagenteile EDV und Sicherheitstechnik musste die notwendige Verrohrung hergestellt werden.
Für die Nachrichtentechnik (Telekommunikation) wurde sowohl die Verrohrung als auch die Verkabelung nach Vorgabe des AG hergestellt. Die Zentralen und die peripheren Geräte wurden vom Auftraggeber beigestellt und von einem befugten Unternehmen angeschlossen und in Betrieb genommen.